Darauf angesprochen, was ihnen spontan zum Thema "Interne Kommunikation" einfällt, antworten die meisten Berufstätigen: "Unsere Mitarbeiterzeitschrift". Und meist fügen sie gering schätzend hinzu: "Reine Hofberichterstattung - kann man getrost vergessen!"
"Eben nicht", sagen Kommunikationsexperten und warnen ausdrücklich davor, diese - in ihren Augen unverzichtbare - Methoden der "innerbetrieblichen Identitätsstiftung" klein zu reden; sie empfehlen statt dessen, sie im Sinne einer neuen Unternehmenskultur wirklich ernst zu nehmen; und das bedeutet wiederum, sie zu verändern. Technisch-formal wie qualitativ-inhaltlich, wobei der technische Aspekt meist das kleinere Problem darstellt, denn "Social Software" und seine vielfältigen Instrumentarien sind in der großen, weiten Welt des Web 2.0 längst Standard. Blogs, Wikis, Social Bookmarking und andere kollaborative Plattformen funktionieren dort nicht nur tatsächlich; sie werden von Tag zu Tag selbstverständlicher. Im "Global Village" sowieso; wieso eigentlich nicht auch im Unternehmen als - wenn man so will - seinem kleineren Bruder? Eine schnelle Adaption an individuelle, innerbetriebliche Erfordernisse ist - zumindest technisch - durchaus kein Thema mehr.
"Interne Kommunikation Zwei-Punkt-Null", also: Dieses kleine, eher bescheiden daherkommende "Zwei-Punkt-Null" mag vordergründig betrachtet noch als Hinweis stehen auf eine Übertragung längst erprobter, digitaler Netzwerktechniken auf den kommunikativen Alltag im Unternehmen; tatsächlich aber reklamiert es (um den häufig überstrapazierten Begriff "Philosophie" einmal zu vermeiden) einen neuen Geist, einen neuen "Spirit", für die gesamte Unternehmenskultur. Für jene "Neue Denke" nämlich, die Hand in Hand gehen muss mit einem Wandel in der Unternehmenskommunikation, ohne den Fortschritt und Wachstum nicht mehr denkbar sind. Heute und in Zukunft.
Vor diesem Hintergrund werden aus schriflichen Mitarbeiterinformation via Mail Diskussions-Foren und aus Unterrichtsmaterialien dialogorientierte Beiträge zur Projektarbeit. Und die Argumente für ihre konsequente Einführung liegen klar auf der Hand: Einfachheit, Unmittelbarkeit, Partizipation und Transparenz sind dabei die Hauptmotive für ein verändertes Verständnis, das Wissen allgemein verfügbar und Kommunikation erst eigentlich erfahrbar macht.
Wissenschaftliche Studien zeigen, dass das Management nicht nur schnell, authentisch und breit kommunizieren, sondern sich den Mitarbeitern als Gesprächspartner anbieten, kurz: dialogfähig, werden muss. Nichts anderes meint das Postulat nach "Kommunikativer Kompetenz"; nach wechselseitigen Eigenschaften und Kulturtechniken also, denen so traditionelle Primärtugenden wie hierarchisches Bewusstsein und Unantastbarkeit je schneller, desto lieber Platz machen sollten. Kultureller Wandel ist kein Ergebnis, sondern ein Prozess, an dem das Gesamtunternehmen beteiligt sein muss, um es erfolgreich werden zu lassen. Die Instrumente für diesen Wandel sind vielfältig und können in vorhandene Anwendungen wie die digitale Mitarbeiterzeitung oder das zentrale Intranet eingebunden werden. Um den Zeitgeist des Web 2.0 für die interne Kommunikation einzufangen, können das Bereitstellen von Bewertungs-, Kommentar-, Verschlagwortungs- und Weiterempfehlen-Funktionen erste Schritte sein. Strategiediskussionen sind nunmal keine Gesetzestexte und der kulturelle Wandel kein unumstößliches Dogma.
Und sollte sich ein Unternehmen gar dazu durchringen, redaktionell sauber aufbereitete, aktuelle Nachrichten ins Netz zu stellen, die über den eigenen Tellerrand hinausreichen … Umso besser. Denn gerade die Erkenntnis, dass Leben und Arbeit im positiven Sinne immer mehr zur Einheit verschmelzen, ist Teil jener "Neuen Kultur", der eine so verstandene Zukunftskommunikation den Weg ebnen kann. Mit ihrem ganzheitlichen Ansatz und - wenn Sie wollen- mit Lingner Consulting New Media. Wir jedenfalls sind bereit.
